Chorsingen verboten! (02.12.2020 21:12:00)

Das Virus hat unser Zusammenleben fest im Griff! Laut Aussagen von Dienstleistern treten Kunden mehr und öfter als früher sehr forsch auf, zeigen sich weniger geduldig und ihr Ton klingt schärfer und aggressiver. Zwischen den extremen Positionen von Corona-Verharmlosern und -Leugnern und denen, die selbst allein im Auto Maske tragen, herrscht ein tiefer, schier unüberwindbarer Graben. 

Standpunkte dazwischen gibt es so gut wie gar nicht. Ein markantes Merkmal der extremen Haltungen ist die Verwendung von Zahlen, um die Harmlosigkeit des Virus einerseits oder die Maßnahmen des harten Lockdowns andererseits zu untermauern. Da werden in unzulässiger Weise Todeszahlen gegeneinander hochgerechnet oder der Versuch unternommen, mittels Zahlen die Harmlosigkeit der Pandemie zu beweisen, weil an einer angeblich harmlosen Influenza viel mehr gestorben werde… 

Der Chorverband hat in einem Papier bedauernd zur Kenntnis gebracht, dass seit einem Dreivierteljahr die Welt des Chorsingens zum Erliegen gekommen ist. Der Verband hat die Interessen der Chöre zu vertreten und es ist seine Pflicht, das Verbot des gemeinsamen Singens zu hinterfragen, das vielen Sängerinnen und Sängern einen wichtigen Teil des gesunden Wohlbefindens raubt. Wie gesund sich das gemeinsame Singen auf die Menschen auswirkt, kann man auf den Homepages der Chöre vielfach nachlesen. Die Verantwortlichen haben mit erheblichem Aufwand Hygienekonzepte erarbeitet, die leider alle schubladisiert werden müssen.

Es ist kurzsichtig, Kollateralschäden, die durch Einschränkungen und Verbote erst später in vollem Umfang sichtbar werden, unbeachtet zu lassen. Jede Interessenvertretung hat das Recht, sich für ihre Mitglieder einzusetzen, ohne dass man sie gleich in Misskredit bringt und ihr unterstellt, aus egoistischen Motiven Corona-Tote zu riskieren. Das gilt für geschlossene Geschäfte, Tourismusbetriebe, Museen und Konzertveranstalter ebenso wie für den Chorverband mit seinem informativen Merkblatt vom November.

Es würde uns allen gut anstehen, denjenigen zuzuhören, die eine abweichende Meinung vertreten. Wer in dieser schweren Zeit sein Urteilsvermögen bewahrt hat, dem wird auffallen, dass das, was gestern noch als unumstößliche Tatsache schien, wenige Tage danach als überholt galt. Daraus kann man nur den Rat ableiten, nicht auf Biegen und Brechen einen Standpunkt zu vertreten, der sich schneller als man denkt zum ad absurdum führt.

Erst wurde mit stolzgeschwellter Brust verkündet: „Wir sind besser als alle anderen durch die Krise gekommen!“ Wenig später mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Österreich den Weltrekord hatte an Neuinfektionen, sogar doppelt so viele auf die Einwohnerzahl gerechnet wie die USA!

Hoffen wir auf eine baldige Normalisierung, obwohl man annehmen darf, dass nach dem Ende der Pandemie nichts mehr so wie früher sein wird. Als Normalisierung würde uns Chorsängern schon ein geregelter Probebetrieb und die langentbehrten, öffentlichen Auftritte genügen. 


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